In den letzten zehn Jahren hat eine neue Generation von Aktivist:innen sowohl in Europa als auch darüber hinaus die Klimabewegung sichtbar gemacht. Gruppen wie Extinction Rebellion, Fridays for Future und Ende Gelände ist es gelungen, aus dem Schattendasein hervorzutreten und Millionen von Menschen davon zu überzeugen, sich für den Schutz unseres Planeten einzusetzen. Denn es ist noch gar nicht so lange her, dass nur wenige Menschen sich der Möglichkeit einer Klimakatastrophe bewusst waren – heute ist genau das Gegenteil der Fall. Diese Erfolge möchte ich keineswegs kleinreden. Was ich jedoch aufzeigen möchte, ist, dass der Umweltaktivismus wenig oder gar keinen Einfluss auf etwas sehr Wichtiges hatte, auf das Einzige, was wirklich zählt: die tatsächliche Senkung der von Menschen weltweit verursachten CO2-Emissionen. Diese Emissionen steigen weiterhin jedes Jahr an, genauso wie die globalen Durchschnittstemperaturen, Wetterkatastrophen oder die Anzahl der aussterbenden Arten. Die gesellschaftliche Anerkennung dessen allein reicht nicht aus. In all ihren Kernzielen bleibt die Klimabewegung daher ein deutlicher Misserfolg.
Technologie gegen die Klimakrise? Geoengineering als Herrschaftstechnologie
Die Konsequenzen des Klimawandels sind jetzt schon deutlich spürbar: Lebensfeindliche Hitze, Dürre, Waldbrände, Auftauen des Permafrost und der Gletscher, mehr und heftigere Winde, heftigerer Niederschlag, Überschwemmung von Landmassen, insbesondere Inseln, Aufheizen der Meere, Korallensterben und das Zusammenbrechen von Ökosystemen. Globale Meeresströmungen werden langsamer und auch der Jet-Stream in 10 km Höhe verliert an Kraft. Unerwartet ist dieses Verhalten nicht. Seit gut 200 Jahren wird der anthropogene Klimawandel erforscht; bereits 1965 wurde vor den Auswirkungen gewarnt, obwohl noch nicht alle Details vorkommen verstanden waren. Jetzt ist die Situation klarer, die Krise weniger abstrakt. Doch anstatt mit sozialer Revolution reagiert die Weltgemeinschaft auf die Klimakrise durch ein Aufrechterhalten des Status Quo. Besonders autoritäre, technokratische und solutionistische Bestrebungen finden Resonanz.
„Technologie gegen die Klimakrise? Geoengineering als Herrschaftstechnologie“ weiterlesen
Ein Leuchtfeuer! Den Herrschenden den Saft abdrehen! Über den Blackout vom 3.1.2026:
Ein Leuchtfeuer erhellt eine Kabelbrücke, um ein fossiles Kraftwerk vom Stromnetz zu trennen. Mit beachtlicher Reichweite. Wirkungsvoll und polarisierend.
Als „Vulkangruppe : Den Herrschenden den Saft abdrehen“ wenden wir uns mit einer dritten Erklärung an euch. Wir wollen ein paar Dinge klarstellen. Wir äußern uns auch zu den bezüglich der Aktion aufgetretenen Widersprüchen.
Während die Brücke noch nicht erkaltet war, wurden von der EU bereits zwanzig neue Gaskraftwerke für Deutschland bewilligt.
Das ist der verheerende Normalzustand, der sich zum dauerhaften Ausnahmezustand entwickelt.
Wir können nicht warten. Bald könnte jeder Widerstand aussichtslos sein.
Wir handeln in Notwehr! Die Zerstörung der Erde mit ihrer Artenvielfalt muss gestoppt werden. Das Leiden ist jetzt schon unvorstellbar.
Wir handeln auch, weil Widerstand ein Lebenselixier ist, angesichts der aussichtslos erscheinenden globalen Katastrophen.
„Ein Leuchtfeuer! Den Herrschenden den Saft abdrehen! Über den Blackout vom 3.1.2026:“ weiterlesen
Bure (FR): Heißer als Atomkraft – für einen schwarzen Frühling 2026! Aufruf zu einer militanten Offensive gegen CIGEO, die Atomkraft und ihre beschissene Welt!
Es scheint, als habe die Anti-Atomkraft-Bewegung in Frankreich und weltweit ihren Höhepunkt längst überschritten. Und doch rückt das Thema Atomenergie heute wieder in den Mittelpunkt des Interesses. Wenn wir auf die aktuellen militärischen Konflikte zwischen verschiedenen Atommächten schauen, die fast bereit sind, den Knopf zu drücken, der das globale Kräfteverhältnis neu ordnen würde; wenn wir uns die Entwicklung des nationalen „zivilen” Atomprogramms (Wiederbelebung der Atomkraft) vergegenwärtigen oder die schrittweise Umsetzung eines völlig unverantwortlichen Konzepts zur Entsorgung radioaktiver Abfälle, dann macht das unseren Blick in die Zukunft noch zusätzlich düsterer.
Nussir ist ein Berg, keine Mine! – Aufruf zum Handeln gegen die „Nussir-Mine“ über den liberalen Umweltschutz hinaus im norwegisch besetzten Sápmi
1. WAS IST DAS?
Dies ist ein globaler Aufruf zum Handeln gegen die Kupfermine, die derzeit in Riehpovuotna (von den Kolonisatoren „Repparfjord“ genannt) im norwegisch besetzten Sápmi gebaut wird. Das kanadische Unternehmen Blue Moon Metals (BMM) – vollständiger Eigentümer des Minenbetreibers Nussir ASA – ist durch den Bau von zwei Kupfer- und Edelmetallminen in der Region aktiv an der Kolonisierung des anzestralen Landes der Sámi beteiligt. Dies ist Teil einer raschen Ausweitung des Extraktivismus von Unternehmen, die sich aus dem Critical Minerals Act der EU ergibt, da die „Nussir-Mine“ als „strategisches Projekt“ bezeichnet wurde, das große Landnahmen ermöglicht und jeglichen Umwelt- oder indigenen Landschutz im Rahmen eines sogenannten „grünen Übergangs“ durchschneidet. Weitere Informationen zur Geschichte des Landes und den zahlreichen von den Sámi geführten Kämpfen findet ihr in den späteren Abschnitten.
Offener Brief zum Anschlag am 3.1. auf das Gaskraftwerk und den Folgen – An die vom Stromausfall Betroffenen – An die Bewegung
Berlin 08. Januar 2026
Vulkangruppe : Den Herrschenden den Saft abdrehen
Wir versuchen auch im Nachhinein der Verantwortung gerecht zu werden, die wir mit der Sabotage des Gaskraftwerkes eingegangen sind. Mit der Aktion haben wir nicht nur der fossilen Wirtschaft und dem Wirtschaftsstandort Berlin ein Problem bereitet, sondern in das Leben vieler Menschen eingegriffen. Die Aktion war kein geplanter Angriff auf die Stromversorgung Berlins. Diese Behauptung ist falsch.
Die Tragweite der Auswirkung auf ungefähr 40.000 private Haushalte war von uns weder beabsichtigt noch einkalkuliert. Den toten Villenvierteln allerdings weinen wir keine Träne hinterher.
„Offener Brief zum Anschlag am 3.1. auf das Gaskraftwerk und den Folgen – An die vom Stromausfall Betroffenen – An die Bewegung“ weiterlesen
switch off the Mitsotakis regime!
Mitsotakis ist der Ministerpräsident von Griechenland und trägt mit seiner Partei Nea Dimokratia die Verantwortung für die autoritäre Zurichtung des südöstlichen EU- und NATO Pfleilers.
Griechenland steht an vorderster Front im Krieg gegen Migration (Massaker von Pylos, 1), geht als Vorreiter des Neoliberalismus und der Korruption über Leichen (Zug“unglück“ von Tempi, 2), hat eine beeindruckende Regelmäßigkeit von polizeilichen Morden (3)
und verdient zudem eine Schädigung wegen der Inhaftierung der Genoss*innen im Ambelokipi Fall.
Die Handlungsfähigkeit dieses Regimes zu beeinträchtigen, kann vielen Menschen das Leben retten. Das Personal, welches im Auftrag der griechischen Regierung zahlreiche Morde, Folterungen, Gefangennahmen und Push-backs begeht, benötigt fortlaufend große finanzielle Mittel und gesellschaftliche Legitimation. Diese Ressourcen sollen angegriffen werden.
Über Sichtbarkeit und den Guerillavorschlag
Wir schreiben das Jahr 2024 und die genozidale Brutalität als Kern der USA war nie offensichtlicher. Die vielversprechensten Versuche in der jüngeren Geschichte aktivistische und anarchistische Kampagnen auf einer breiten Basis aufzubauen, haben ihre eigenen Ziele nicht erreicht. Stattdessen erleiden sie momentan heftige Vergeltungsschläge, während der Staat zeigt, dass er niemals freiwillig einen Teil seiner Macht aufgeben wird. Nichtsdestotrotz waren diese Kampagnen erfolgreich darin die Flamme des gewalttätigen, autonomen Angriff zu entzünden und innerhalb des ganzen Landes zu verbreiten. Es ist also verständlich, dass während die Welt weiterhin kollabiert und neue Infrastrukturen der Herrschaft, von Pipelines bis hin zu Cop Cities überall um uns herum gebaut werden, viele Anarchist:innen und andere radikale vorgeschlagen haben noch weiter zu eskalieren.
Zwei Jahre Switch-Off – eine Auswertung
Zwei Jahre ist es her, seit wir uns das erste Mal zu Wort gemeldet haben. Der Aufruf ist mitten in der laufenden Strategiedebatte der Klimabewegung entstanden. Damals, nach Hambi, Danni und direkt nach Lützerath, schien für viele das Potential von Massenaktionen ausgeschöpft zu sein. Wir wollten im Kontext von diesen und anderen Klimaprotest- und Massenaktionen ein Projekt mit Fokus auf dezentralen und direkten Aktionen vorschlagen.
Der Blick auf und die Angst vor den drohenden Klimakollaps verdeutlichte uns zu diesem Zeitpunkt die Dringlichkeit von radikalen Methoden und einer Intensivierung revolutionärer Praxis innerhalb der Klimabewegung.
Wir haben antistaatliche, autonome, anarchistische Perspektiven der Sabotage formuliert und wollten diese stärker einbringen.
Aufruf – Begrüßt den Frühling, zündet einen Tesla an!
In diesen dunklen Zeiten scheint der Horizont durch die techno-industrielle Versklavung, den Krieg und das Erstarken des Faschismus mit dem Patriarchat an seiner Seite, versperrt zu sein.
Wo Verzweiflung herrscht, ist ein offensiver Vorschlag wertvoll. Ein Vorschlag, ein Ziel anzugreifen, das an der Schnittstelle unserer bereits bestehenden Kämpfe angesiedelt ist. Ein Versuch, unseren Kämpfen neuen Schwung zu verleihen.
Ein solcher Vorschlag ist der Angriff auf Tesla. Damit meinen wir die Elektroautos dieses Unternehmens, von denen es auf den Straßen nur so wimmelt und die nur darauf warten, von dir angegriffen zu werden.
„Aufruf – Begrüßt den Frühling, zündet einen Tesla an!“ weiterlesen

