Ein Leuchtfeuer! Den Herrschenden den Saft abdrehen! Über den Blackout vom 3.1.2026:

Ein Leuchtfeuer erhellt eine Kabelbrücke, um ein fossiles Kraftwerk vom Stromnetz zu trennen. Mit beachtlicher Reichweite. Wirkungsvoll und polarisierend.
Als „Vulkangruppe : Den Herrschenden den Saft abdrehen“ wenden wir uns mit einer dritten Erklärung an euch. Wir wollen ein paar Dinge klarstellen. Wir äußern uns auch zu den bezüglich der Aktion aufgetretenen Widersprüchen.

Während die Brücke noch nicht erkaltet war, wurden von der EU bereits zwanzig neue Gaskraftwerke für Deutschland bewilligt.
Das ist der verheerende Normalzustand, der sich zum dauerhaften Ausnahmezustand entwickelt.
Wir können nicht warten. Bald könnte jeder Widerstand aussichtslos sein.
Wir handeln in Notwehr! Die Zerstörung der Erde mit ihrer Artenvielfalt muss gestoppt werden. Das Leiden ist jetzt schon unvorstellbar.
Wir handeln auch, weil Widerstand ein Lebenselixier ist, angesichts der aussichtslos erscheinenden globalen Katastrophen.

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Bure (FR): Heißer als Atomkraft – für einen schwarzen Frühling 2026! Aufruf zu einer militanten Offensive gegen CIGEO, die Atomkraft und ihre beschissene Welt!

Es scheint, als habe die Anti-Atomkraft-Bewegung in Frankreich und weltweit ihren Höhepunkt längst überschritten. Und doch rückt das Thema Atomenergie heute wieder in den Mittelpunkt des Interesses. Wenn wir auf die aktuellen militärischen Konflikte zwischen verschiedenen Atommächten schauen, die fast bereit sind, den Knopf zu drücken, der das globale Kräfteverhältnis neu ordnen würde; wenn wir uns die Entwicklung des nationalen „zivilen” Atomprogramms (Wiederbelebung der Atomkraft) vergegenwärtigen oder die schrittweise Umsetzung eines völlig unverantwortlichen Konzepts zur Entsorgung radioaktiver Abfälle, dann macht das unseren Blick in die Zukunft noch zusätzlich düsterer.

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Nussir ist ein Berg, keine Mine! – Aufruf zum Handeln gegen die „Nussir-Mine“ über den liberalen Umweltschutz hinaus im norwegisch besetzten Sápmi

1. WAS IST DAS?

Dies ist ein globaler Aufruf zum Handeln gegen die Kupfermine, die derzeit in Riehpovuotna (von den Kolonisatoren „Repparfjord“ genannt) im norwegisch besetzten Sápmi gebaut wird. Das kanadische Unternehmen Blue Moon Metals (BMM) – vollständiger Eigentümer des Minenbetreibers Nussir ASA – ist durch den Bau von zwei Kupfer- und Edelmetallminen in der Region aktiv an der Kolonisierung des anzestralen Landes der Sámi beteiligt. Dies ist Teil einer raschen Ausweitung des Extraktivismus von Unternehmen, die sich aus dem Critical Minerals Act der EU ergibt, da die „Nussir-Mine“ als „strategisches Projekt“ bezeichnet wurde, das große Landnahmen ermöglicht und jeglichen Umwelt- oder indigenen Landschutz im Rahmen eines sogenannten „grünen Übergangs“ durchschneidet. Weitere Informationen zur Geschichte des Landes und den zahlreichen von den Sámi geführten Kämpfen findet ihr in den späteren Abschnitten.

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Offener Brief zum Anschlag am 3.1. auf das Gaskraftwerk und den Folgen – An die vom Stromausfall Betroffenen – An die Bewegung

Berlin 08. Januar  2026

Wir versuchen auch im Nachhinein der Verantwortung gerecht zu werden, die wir mit der Sabotage des Gaskraftwerkes eingegangen sind. Mit der Aktion haben wir nicht nur der fossilen Wirtschaft und dem Wirtschaftsstandort Berlin ein Problem bereitet, sondern in das Leben vieler Menschen eingegriffen. Die Aktion war kein geplanter Angriff auf die Stromversorgung Berlins. Diese Behauptung ist falsch.
Die Tragweite der Auswirkung auf ungefähr 40.000 private Haushalte war von uns weder beabsichtigt noch einkalkuliert. Den toten Villenvierteln allerdings weinen wir keine Träne hinterher.
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switch off the Mitsotakis regime!

Mitsotakis ist der Ministerpräsident von Griechenland und trägt mit seiner Partei Nea Dimokratia die Verantwortung für die autoritäre Zurichtung des südöstlichen EU- und NATO Pfleilers.
Griechenland steht an vorderster Front im Krieg gegen Migration (Massaker von Pylos, 1), geht als Vorreiter des Neoliberalismus und der Korruption über Leichen (Zug“unglück“ von Tempi, 2), hat eine beeindruckende Regelmäßigkeit von polizeilichen Morden (3)
und verdient zudem eine Schädigung wegen der Inhaftierung der Genoss*innen im Ambelokipi Fall.
Die Handlungsfähigkeit dieses Regimes zu beeinträchtigen, kann vielen Menschen das Leben retten. Das Personal, welches im Auftrag der griechischen Regierung zahlreiche Morde, Folterungen, Gefangennahmen und Push-backs begeht, benötigt fortlaufend große finanzielle Mittel und gesellschaftliche Legitimation. Diese Ressourcen sollen angegriffen werden.

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Über Sichtbarkeit und den Guerillavorschlag

Wir schreiben das Jahr 2024 und die genozidale Brutalität als Kern der USA war nie offensichtlicher. Die vielversprechensten Versuche in der jüngeren Geschichte aktivistische und anarchistische Kampagnen auf einer breiten Basis aufzubauen, haben ihre eigenen Ziele nicht erreicht. Stattdessen erleiden sie momentan heftige Vergeltungsschläge, während der Staat zeigt, dass er niemals freiwillig einen Teil seiner Macht aufgeben wird. Nichtsdestotrotz waren diese Kampagnen erfolgreich darin die Flamme des gewalttätigen, autonomen Angriff zu entzünden und innerhalb des ganzen Landes zu verbreiten. Es ist also verständlich, dass während die Welt weiterhin kollabiert und neue Infrastrukturen der Herrschaft, von Pipelines bis hin zu Cop Cities überall um uns herum gebaut werden, viele Anarchist:innen und andere radikale vorgeschlagen haben noch weiter zu eskalieren.

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Zwei Jahre Switch-Off – eine Auswertung

Zwei Jahre ist es her, seit wir uns das erste Mal zu Wort gemeldet haben. Der Aufruf ist mitten in der laufenden Strategiedebatte der Klimabewegung entstanden. Damals, nach Hambi, Danni und direkt nach Lützerath, schien für viele das Potential von Massenaktionen ausgeschöpft zu sein. Wir wollten im Kontext von diesen und anderen Klimaprotest- und Massenaktionen ein Projekt mit Fokus auf dezentralen und direkten Aktionen vorschlagen.

Der Blick auf und die Angst vor den drohenden Klimakollaps verdeutlichte uns zu diesem Zeitpunkt die Dringlichkeit von radikalen Methoden und einer Intensivierung revolutionärer Praxis innerhalb der Klimabewegung.

Wir haben antistaatliche, autonome, anarchistische Perspektiven der Sabotage formuliert und wollten diese stärker einbringen.

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Aufruf – Begrüßt den Frühling, zündet einen Tesla an!

In diesen dunklen Zeiten scheint der Horizont durch die techno-industrielle Versklavung, den Krieg und das Erstarken des Faschismus mit dem Patriarchat an seiner Seite, versperrt zu sein.

Wo Verzweiflung herrscht, ist ein offensiver Vorschlag wertvoll. Ein Vorschlag, ein Ziel anzugreifen, das an der Schnittstelle unserer bereits bestehenden Kämpfe angesiedelt ist. Ein Versuch, unseren Kämpfen neuen Schwung zu verleihen.

Ein solcher Vorschlag ist der Angriff auf Tesla. Damit meinen wir die Elektroautos dieses Unternehmens, von denen es auf den Straßen nur so wimmelt und die nur darauf warten, von dir angegriffen zu werden.

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Chipproduktion in der Multikrise

Die materielle Seite künstlicher Intelligenz

Von capulcu

Einleitung

Der Hype um sogenannte „künstliche Intelligenz“ (KI) erscheint uns in den meisten Debatten in rein virtueller Gestalt; als Versprechen einer quasi voraussetzungsfreien Automatisierung nahezu aller Lebensbereiche durch eine tiefgreifende Neugestaltung von Mensch-Maschine-Interaktionen auf der Basis menschlicher Sprache. Die politisch-ökonomischen Konsequenzen dieses technologischen Sprungs, insbesondere die Verstärkung gesellschaftlicher Ungleichheit und Abhängigkeit von einem technokratischen Oligopol (= die wenigen Hüter:innen der großen Sprachmodelle) haben wir bereits in Die Goldgräber der Künstlichen Intelligenz diskutiert.

Eine politisch relevante Verengung breiter Diskurse durch eine Überhöhung des Mainstreams gepaart mit einer zu erwartenden Rechtsverschiebung haben wir in ChatGPT als Hegemonieverstärker untersucht. Die Wechselwirkung sozialer Medien mit Sprachgeneratoren wie ChatGPT reduziert nachweislich diskursive Diversität und fördert gesellschaftliche Fragmentierung.

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Wie Gewaltfreiheit den Staat schützt

(Peter Gelderloos 2007 – Aus dem Englischen übersetzt von der Bildungsbande AufRuhr. Englisches Original unter: https://theanarchistlibrary.org/library/peter-gelderloos-how-nonviolence-protects-the-state)

Ich kenne keine*n Aktivist*in, Revolutionär*in oder Theoretiker*in, der*die für die heutige Bewegung relevant ist, der*die nur die Anwendung von Gewalttaktiken befürwortet und sich jeder Anwendung von Taktiken widersetzt, die man nicht als gewalttätig bezeichnen könnte. Wir sind Befürworter*innen einer „Vielfalt von Taktiken“, d.h. effektive Kombinationen aus einer ganzen Reihe von Taktiken, die zur Befreiung von allen Komponenten dieses Unterdrückungssystems führen könnten: weiße Vorherrschaft, Patriarchat, Kapitalismus und Staat. Wir glauben, dass Taktiken gewählt werden sollten, die zur jeweiligen Situation passen und nicht aus einem vorgefassten Moralkodex abgeleitet werden sollten. Wir neigen auch dazu zu glauben, dass sich die Mittel in den Zielen widerspiegeln, und würden nicht in einer Weise handeln wollen, die unweigerlich zu einer Diktatur oder einer anderen Form der Gesellschaft führen würde, die das Leben und die Freiheit nicht respektiert. Als solche können wir eher als Befürworter*innen eines revolutionären oder militanten Aktivismus denn als Befürworter*innen von Gewalt bezeichnet werden.

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