Zwei Brandanschläge auf Stromversorgung

Regensburg/Pentling 7. Juni 2026

Laut Medienberichten kam es in Regensburg und dem nahe gelegenen Pentling zu zwei versuchten Brandstiftungen.  An einem Strommast wurden Brandvorrichtungen vorgefunden, die zwar zündeten, jedoch keinen signifikanten Brand verursachten. An anderer Stelle kam es hingegen zu einem Feuer, welches mehrere Kabel beschädigte. Es liegen jedoch keine Hinweise vor, dass es zu einem größeren Stromausfall gekommen ist. Wie bereits bei anderen Anschlägen auf die Energieinfrastruktur heißt es von der Generalstaatsanwaltschaft, dass aufgrund der „Tatobjekte und Tatmodalitäten” in beiden Fällen von einer extremistischen Tatmotivation auszugehen sei. Ein Blick auf die Karte gibt mögliche Hinweise darauf, warum es diese Annahme gibt. In Regensburg befindet sich ein Standort des Halbleiterherstellers Infineon. Angesichts einer ganzen Reihe anderer Angriffe auf Chip-Hersteller in den vergangenen Wochen ist ein Zusammenhang mit diesem Unternehmen durchaus denkbar. Infineon selbst schreibt über ihr Werk in Regensburg:

„Halbleiter sind in der heutigen Zeit unverzichtbar. Sie machen Autos umweltfreundlicher, sicherer und komfortabler. Sie speisen erneuerbare Energie aus Windrädern und Solarkraftwerken verlustarm in die Stromnetze ein. Sie machen Smartphones und Computer energieeffizienter. Chips verbessern die Datensicherheit in Kreditkarten und Personalausweisen. Produkte von Infineon sind intelligent und umweltfreundlich. Um das zu erreichen, müssen Entwicklung und Produktion perfekt aufeinander abgestimmt sein, wie in Regensburg.

Infineon Regensburg – Innovationsstandort und Hightech-Fabrik in einem. Hier konzipieren und bauen wir die Chip-Standards der Zukunft. Gemeinsam mit unseren mehr als 3.000 Mitarbeitern entwickeln wir Innovationen mit neuen Materialien und konzipieren neue Verpackungen, Fertigungsprozesse und neue Chip-Trennverfahren für unsere Leistungshalbleiter, Sensoren, Mikrocontroller und Hochfrequenzchips. Da sich die Entwicklungs- und Produktionsstätten auf einem Campus befinden, können die Menschen schnell kreative Ideen austauschen.“


Presse:

Unbekannte haben in der Nacht von Sonntag, 7. Juni, auf Montag, 8. Juni, versucht, einen Strommasten an der Gemeindegrenze Regensburg/Pentling und Kabel in einem Lüftungsschacht in Regensburg in Brand zu setzen. Wie das Bayerische Landeskriminalamt mitteilt, befindet sich der betroffene Mast in unmittelbarer Nähe der Autobahn A3 auf Höhe des Solarparks Pentling. Ein möglicher Zugangsweg zum Tatort besteht von der A3 aus Richtung Regensburg kommend.

Die Täter versuchten, mit einem selbstgebauten Brandsatz die Kabel des Strommastes zu beschädigen. Obwohl die Brandvorrichtung gezündet wurde, kam es aus bislang ungeklärter Ursache zu keinem Brandereignis.

Kabel bei zweitem Brandanschlag in Regensburg beschädigt

Der zweite Brandanschlag ereignete sich am 8. Juni gegen 4 Uhr in unmittelbarer Nähe zum Wasserkraftwerk Regensburg im Bereich Winzerweg / Sportbootschleuse. Der oder die Täter setzten mehrere Kabel in einem dort befindlichen Lüftungsschacht in Brand. Durch das Feuer entstand ein Sachschaden von etwa 30.000 Euro. Ein größerer Stromausfall entstand hierbei nicht.


Ermittlungen nach möglichen Brandanschlägen von Extremisten

Nach einem Feuer in Regensburg und einer mutmaßlich gescheiterten Brandstiftung in Pentling ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft. Möglicherweise handelt es sich um Sabotage durch Extremisten. Ziele waren die Stromversorgung und Infrastruktur.

Nach mutmaßlichen Brandanschlägen auf die Stromversorgung im Regensburger Westen sowie in der Stadtrandgemeinde Pentling ermittelt jetzt die Generalstaatsanwaltschaft in München. Beide Fälle werden von der Zentralstelle für die Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus bearbeitet, wie die Behörde dem BR bestätigte. Zunächst hatte die Mediengruppe Bayern berichtet.

War Wasserkraftwerk im Visier?

Am Montag hatte es nach einem Kabelbrand an der Staustufe über die Donau im westlichen Regensburg eine starke Rauchentwicklung gegeben. Zeitweise war dadurch laut Polizei die Sicht auf der daneben verlaufenden A93 eingeschränkt.

Auf BR-Nachfrage teilt der Wasserkraftwerksbetreiber Uniper mit, dass die dort verlegten Kabel mit Anlageteilen des Wasserkraftwerks verbunden seien. Allerdings habe der Brand nur sehr geringe Auswirkungen auf den Betrieb der Anlage gehabt. Man wolle den Untersuchungen nicht noch mehr Publizität verleihen, so ein Uniper-Sprecher. Aber: „Für den Fall, dass es tatsächlich Brandstiftung war: Der Vorfall in Regensburg ist nicht der erste seiner Art.“

In einem ähnlichen Fall sollen Unbekannte in Pentling am Stadtrand von Regensburg erfolglos versucht haben, Strommasten anzuzünden. Wegen dieser „Tatobjekte und Tatmodalitäten“ sei in beiden Fällen von einer extremistischen Tatmotivation auszugehen. Das teilte Sebastian Murer, Sprecher bei der Generalstaatsanwaltschaft, dem BR auf Anfrage mit.

Behörde prüft möglichen Zusammenhang mit anderen Vorfällen

Die Behörde ermittelt laut Murer jetzt zusammen mit dem Bayerischen Landeskriminalamt wegen des Verdachts der Brandstiftung. Dabei geht es auch um einen möglichen Zusammenhang der Vorfälle im Regensburger Westen und in Pentling.

Gefragt, ob die Zentralstelle auch einen möglichen Zusammenhang zu Vorfällen in Baden-Württemberg sieht, sagte Murer, eine solche Verbindung werde ebenfalls überprüft.

In Reutlingen war nach einem Brand in einem Umspannwerk am Montag der Strom ausgefallen – 20.000 Haushalte waren in der Spitze betroffen.

Einen weiteren mutmaßlichen Anschlag auf die Stromversorgung hatte es Ende Mai in Garching bei München gegeben: Hier setzten Unbekannte zwei Strommasten in Brand. Auch in diesem Fall ermitteln die Behörden.

Quelle: Tagesschau