Sprengstoffanschlag auf Renten- und Pensionskasse der militärischen Streitkräfte

Montevideo (Uruguay) 15. Juni 2026

Um Mitternacht des 15. Juni dieses Jahres haben wir einen Sprengsatz bei der Renten- und Pensionskasse der Streitkräfte in Montevideo, Uruguay, gezündet. Dieser wurde aus leicht zugänglichen Materialien hergestellt und mit einem einfachen mechanischen System gezündet.

Die Militärkasse ist ein deutliches Beispiel dafür, wie die Machthaber uns ausbeuten, unterdrücken und berauben. Eine Kasse, die mit dem Blut aller subventioniert wird, um die Militärs bei Laune zu halten und zu bestechen, damit sie im Ernstfall gegen Aufständische schießen.

Wir schleppen Ketten hinter uns her, leben davon, den letzten Rest unserer Löhne zusammenzukratzen, um die Maschinerie der Ausbeutung am Laufen zu halten. Kapital und repressive Kräfte gehen stets Hand in Hand, um uns das Leben zur Hölle zu machen – und sollten wir uns auflehnen: zu töten, zu foltern und verschwinden zu lassen.

Wir haben uns entschieden, die Infrastruktur unseres Elends und unserer Nöte ins Visier zu nehmen. Es ist nicht die Nachbarin, es ist nicht der Obdachlose, es sind nicht die Süchtigen und auch nicht der Kleinkriminelle. Es sind nicht die Jugendlichen, die am Ende in den Fängen der Drogenmafia landen. Der Feind ist eine Handvoll Privilegierter, es sind die Behörden, es sind die Machthaber und politischen Parteien, die davon profitieren, ihr Besitz zu verwalten.

Sie wissen, wo sie stehen

Hier sind die Folterer eine vollwertige Institution, die genau das tut, wozu sie da ist: die Interessen der Reichen und Mächtigen zu schützen. Das Militär handelte vor und während der Diktatur gemäß seinem Daseinszweck, nicht etwa als ausnahmsweise. Hier, ebenso wie im Kongo oder in Haiti, gab es keine Fehltritte, keine Exzesse – denn die Aufgabe der Armee besteht genau darin, die Ausbeutung zu sichern.

In diesem Jahr standen sie stark im Rampenlicht. Sie schickten Panzer in die Stadtviertel. Nicht ohne zuvor die Kolonialarmee durch das Gebiet zu führen und zu bewirten und auf ihren Flugzeugträgern Krieg zu spielen. Spielen Sie gerne Krieg, Herr Präsident?

Die Ministerin bezeichnete unsere Aktion als Einzelfall. Im Gegenteil: Diese Aktion reiht sich in die lange Geschichte des Kampfes gegen die Unterdrückung ein. Sie ist eine lebendige Erinnerung an die Henker, die ihr schützt und lenkt. Die verschwundenen, gefolterten und inhaftierten Rebell*innen von gestern und heute sind in der direkten Aktion präsent, in der Konfrontation mit dem Kapital und dem Staat, der es schützt.

In der Nacht des 15. Juni wurde einmal mehr deutlich, dass entschlossene Angriffe möglich sind, dass ihr Panoptikum uns nicht ständig beobachtet und dass es mehr als genug Risse gibt, um Langeweile und Wut in Rebellion zu verwandeln. Es kommt nur darauf an, die Ärmel hochzukrempeln.

Repression kommt nicht nur in Form von Militärstiefeln. Bildschirme sind genauso Ketten; der Angriff wird durch sie abgelenkt.

Am Río de la Plata gibt es Brennholz, das rauchfrei brennt. Durch Ausprobieren, mit Entschlossenheit und Vorsicht, mit dem, was gerade zur Hand ist. Gründet eure eigene Band!

Sara Ardizzone, Alessandro Mercogliano, Kyriakos Ximitris, Mauricio Morales und Santiago Maldonado in lebhafter Erinnerung.