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Am 01.03 haben wir den Kaefer Konzern in Bremen angegriffen und ein Teil seiner Infrastruktur sabotiert. Konkret haben wir das Schulungszentrum für industriellen Klettertechnik sowie mehrere Fahrzeuge durch Feuer zerstört. Das konkrete Zielt der Aktion war es Kaefer als Dienstleister der Atom- und Rüstungsindustrie sowie diverser Bereich der Ressourcenausbeutung nachhaltig zu schaden. Kaefer ist ein Zahnrad in dieser tödlichen und zerstörischeren Maschinerie – und zwar ein verdammt wichtiges.
Bei dem Standort handelt es sich um ein alleinstehendes, überschaubares Gebäude in einem Industriegebiet welches als Materialdepot und Werkstatt genutzt wird. Personen befanden sich nicht im Gebäude. Eine Gefährdung von Menschen wurde ausgeschlossen.
Kaefers Rolle in Militarisierung und Umweltzerstörung
Die Verstrickungen und die Struktur des Kaefer Konzern setzt sich aus einem komplexen internationalen Geflecht zusammen und es würde den Rahmen dieses Textes sprengen, auf alle Aspekte detailliert einzugehen. Deshalb geben wir einen kurzen Überblick bevor wir uns der Nuklearsparte dataillierter widmen. Für einen umfassenderen Einblick empfehlen wir diesen Text zu Lektüre.
Kaefer ist für diverse multinationale fossile Chemie- und Energiekonzerne tätig und arbeitet aktiv an der konventionellen Erdölförderung, an Erdgas und LNG-Projekten, der Ölsandförderung, der Offshoreförderung, dem Kohleabbau, … und zwar entlang der gesamte Verarbeitungskette, von der Förderung und Raffinierung von Brennstoffen und anderen petrochemischen Produkten über den Transport via Pipeline, Schiff und Terminals bis zum Verbrennung in Kraftwerken jeder Art. Darüber hinaus unterstützt Kaefer den Bau und Unterhalt von Industrieanlagen in der Holz- und Papierverarbeitung (auch bei Projekten im Amazonasgebiet, z.B. im Bereich der Herstellung von Ethanol aus Soja), außerdem in Erz- und Kupferminen, Stahl- und Aluminiumwerken und der Schwerindustrie. Auch in der Zementherstellung – einer der umweltschädlichsten Industrien überhaupt – ist der Konzern mit Hauptsitz in Bremen tätig. Weitere Schwerpunkt ist die Rüstungsindustrie, insbesondere die militärische Luft- und Raumfahrt sowie der militärische Schiffbau (U-Boote und Kriegsschiffe mit internationalen Abnehmern wie der Diktatur von Erdogan oder dem Regime in Ägypten).
Es braucht keine ausschweifenden Erklärungen um festzustellen, dass die genannten Bereiche der kapitalistischen Wirtschaft, zu den schmutzigsten überhaupt gehören. Es lässt sich nicht anders sagen, Kaefer arbeitet aktiv international an der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen!
Kaefer als Zahnrad der Nuklearindustrie
Kaefer arbeitet für die Atomenergie- und Atomwaffenindustrie in ganz Europa, von Finnland, Schweden, Polen, Deutschland, Frankreich und international von Süd-Afrika bis nach China. Kaefer ist seit den Anfägen der Atomindustrie in den 60er Jahren für diese als Industriedienstleister tätig. Kaefer verfügt über das spezifische Wissen, über Forschungseinrichtungen, eigens entwickelte Produkte und die Fachkräfte für die Arbeit in diesem Bereich. Ein besonders wichtiger Abnehmer ist dabei die französische Atomindustrie:
Naval etwa ist einer der Kunden Kaefers und baut Kriegsschiffe, Flugzeugträger und Atom-U-Boote. Auch mit Orano arbeitet Kaefer zusammen (u.a. am Bau des Atomkrafwerks Olkiluoto III in Finnland).
Das Augenmerk soll aus aktuellen Anlass jedoch auf der Zusammenarbeit mit Framatome liegen. Der französische Staatskonzern Framatome ist die Atomsparte des staatlichen französischen Energieriesen EDF. Für Framatome arbeitet Kaefer an diversen Projekten, wie bereits erwähnt in Finnland, an diversen Atomkraftwerken in Frankreich aber auch in Süd-Afrika wo Framatome das Koeberg Atomkraftwerk betreibt. Wir könnten endlos weiter Projekte benennen, es sollte aber klar geworden sein, Kaefer und Framatome sind schon lange internationale Partner.
Seine Brennstäbe lässt Framatome u.a. in Lingen (Niedersachsen) produzieren, wo Kaefer ebenfalls eine Niederlassung betreibt, eine direkte Zusammenarbeit am Standort Lingen liegt also auf der Hand, ist aber bisher nicht öffentlich geworden.
In Lingen plant Framatome in Zusammenarbeit mit dem russischen staatlichen Atomkonzern Rosatom atomare Brennstäbe unter russischer Lizenz herzustellen, diese sollen dann in osteuropäischen Atomkraftwerken sovietischer Bauart Verwendung finden. Dafür gründeten Framatome (über das Tocherkunternehmen: Advanced Nuclear Fuels GmbH) und Rosatom (über das Tochterkonzern TWEL) 2019 ein Joint-Venture. Dabei werden die Brennstoffe nach dem russischen „Elektrostal-Verfahren“ hergestellt wobei (nach Informationen russischer Aktivist*innen) eine sehr viele höhere Strahlenbelastung auftritt. Russland erfasst dazu aber natürlich keine offiziellen Daten. Für die Produktion in Lingen brauchte es eine Zustimmung der Politik in Niedersachen und im Bundestag. Auch wenn es noch keine offizielle Position der Landes- wie Bundesregierung gibt, berichteten diverse Medien Anfang dieser Woche darüber, dass nach einer „Sicherheitsüberprüfung“ grünes Licht aus Berlin für das Projekt gegeben wurde!
Das können wir uns alle mal kurz auf der Zungen zergehen lassen: die Merz-Regierung debattiert ein deutsches Atomwaffenprogramm; Macron positioniert Frankreich als nukleare Schutzmacht gegen den Aggressor im Osten, während zu gleichen Zeit Atomdeals zwischen französischen und russischen Staatskonzernen und Zustimmung der deutschen Regierung geschlossen werden. Es braucht keinen besonders großen Scharfsinn um festzustellen, dass diese Regierungen und Konzerne wie Kaefer gleichermaßen ihre vorgeblichen Ziele von Sicherheit, Frieden, Verteidigung und Nachhaltigkeit ad absurdum führen.
Fassen wir zusammen: Kaefer ist Dienstleister der Atmon(waffen)industrie und entpuppt sich nicht nur als wirtschaftlicher Profiteur, sondern als Basisproduzent und Forschungsakteur. Damit ist Kaefer Teil der Atomindustrie, leistet ihrer weiteren Ausweitung Vorschub und unterstützt diverser tödliche Industrien. Kaefer ist ein Rädchen, ein Glied in den Produktionsketten der Zerstörung – diese kleinteilige Arbeitsweise aber, ist ein Produkt des Kapitalismus an sich und soll reale Verantwortung verschleiern.
Widerstand gegen die Atomindustrie
Ebenfalls absurd und gefährlich ist das Endlager in Bure im Département Meuse, Region Grand Est, unweit der Grenzen zu Deutschland, Belgien, Luxemburg und der Schweiz. Dort möchte ANDRA, die französiche Atommüllbehörde, ein gigantomanisches Tunnelsystem unter die Erde treiben. Das CIGEO Projekt wird – wie alle uns bisher als sicher verkauften Atommülllager – früher oder später undicht und ist eine tickende Zeitbombe. Doch schon jetzt schaden die Enteignungen und die Repression, die mit dem Projekt einhergeht, den Menschen in der Region. Die Nutzung der Atomkraft entlarvt Staaten und Konzerne als das was sie sind: Herrschaftsinstitutionen! Buchstäblich bereit für Geld und Macht die Grundlagen des Lebens zu zerstören. Doch das ist nur die eine Seite der Geschichte, auf der anderen gibt es eine wunderbare Kontinuität des Widerstands. Deshalb schließen wir uns mit unserer Aktion dem Aufruf zum Widerstand gegen die Atomindustrie an.
Contre CIGEO es son monde!
Für einen schwarzen Frühling!


