Erkrath, Dezember 2025
Bekennerschreiben Nr. 7
Liebe Leserin, Lieber Leser,
wir sind uns wahrscheinlich nie begegnet, trotzdem wissen wir ein paar Dinge über dich. Wir wissen, dass du bereits mit der Muttermilch Dioxine und PCB aufgenommen hast; dass du von klein auf einem Vielfachen der natürlichen radioaktiven und elektromagnetischen Strahlung ausgesetzt warst. Und wir wissen, dass sich in deinem Blut, deinen Nieren, deiner Leber und sogar deinem Gehirn schon mehrere Gramm Mikroplastik angesammelt haben.
Unsere Grenzen sind überschritten. Deshalb haben wir vor einiger Zeit einen Brandsatz unter einen der beiden Transformatoren im Umspannwerk Unterfeldhaus angebracht. Treffen sollte es vor allem das Industriegebiet Max-Planck-Straße. Es war zu der Zeit noch recht warm; unser Ziel war nicht, die Anwohner ohne Vorwarnung frieren zu lassen. Genauer werden wir den Zeitpunkt nicht angeben – die Polizei kann sich auch mal etwas Mühe geben.
Wir hatten 9 Liter Grillanzünder in 18 0,5-Liter Plastikflaschen abgefüllt und in einen großen Kochtopf gestellt. Ein pyrotechnischer Zünder kam statt eines elektronischen zum Einsatz, um die Gefahr einer Fehlzündung durch die starken elektromagnetischen Felder des Transformators zu vermeiden. Außerdem haben wir an einer Wand in roter Sprühfarbe unser Kürzel „KAB“ sowie „SWITCH OFF“ geschrieben.
Wir können nicht beurteilen, inwiefern ein Schaden am Transformator entstanden ist. Die Details werden wir vermutlich erst vor Gericht erfahren. Sollte die Zündung tatsächlich ausgeblieben sein, so konnten wir zumindest zeigen, dass es kinderleicht ist, in Umspannwerke einzudringen ohne erwischt zu werden.
Liebe Grüße an die rechten Scherzkekse, die uns in ihren Foren und Kommentarspalten regelmäßig in den Knast wünschen. Spart euch die Mühe – wenn wir Angst vor dem Gefängnis hätten, würden wir’s nicht machen.
Gerade weil Haftstrafen eingeplant sind, legen wir unsere Methoden und Überlegungen schon jetzt soweit wie möglich offen für andere. Wir haben in den Wochen nach der Aktion mit Zeitzündern experimentiert und uns Gedanken zum weiteren Weg gemacht. Die Ergebnisse liegen diesem Text bei.
Kommando Angry Birds

Erst durch ein am Montag veröffentlichtes Bekennerschreiben seien die Behörden laut Staatsanwaltschaft Wuppertal auf den gescheiterten Anschlag aufmerksam geworden. Die Polizei habe daraufhin das Umspannwerk in Erkrath überprüft und festgestellt, dass dort tatsächlich ein Brandsatz deponiert worden war.
In dem Bekennerschreiben auf der Internet-Plattform linksgerichteten indymedia behauptet die Gruppe „Kommando Angry Birds“ , man habe das Industriegebiet Max-Planck-Straße lahmlegen wollen. Als Motiv nannten sie „die Belastung der Menschen durch Umweltgifte.“ „Unsere Grenzen sind überschritten. Deshalb haben wir vor einiger Zeit einen Brandsatz unter einen der beiden Transformatoren im Umspannwerk Unterfeldhaus angebracht“.
Anschlag schon länger her
Aus dem Bekennerschreiben geht außerdem hervor, dass der Anschlag bereits vor einiger Zeit verübt worden sein dürfte, als es noch wärmer war. Man habe „niemanden frieren lassen wollen“, heißt es darin. Da der Anschlag fehlschlug, konnte das Umspannwerk laut Staatsanwaltschaft die ganze Zeit in Betrieb bleiben.
Bekennerschreiben vom 5. Januar
Die Täter datierten ihr Bekennerschreiben auf Montag, den 5.01.2025. Die Schriftzüge, die die mutmaßlichen Täter nach eigenen Angaben auf die Wände eines Trafohäuschens gesprüht haben, waren auch am Mittwoch noch deutlich sichtbar. Mit roter Sprühfarbe ist das Kürzel für Kommando Angry Birds, „KAB“, zu lesen sowie „SWITCH OFF“, zu deutsch „ausschalten“.
Staatsanwaltschaft: Angriff auf die kritische Infrastruktur
Staatsanwalt Wolf-Tilman Baumert bestätigte dem WDR, dass es diesen Sabotageakt gegeben habe. „Wenn er funktioniert hätte, hätte es möglicherweise einen großflächigen Stromausfall gegeben.“
Er geht von einem erheblichen Tat-Unrecht aus, das Freiheitsstrafen nach sich ziehen könnte. Mittlerweile hat der Staatsschutz in Düsseldorf die Ermittlungen übernommen.



