Reutlingen 8. Juni 2026
Wie der Presse zu entnehmen ist, brannte es in der Nacht auf Montag in einem Umspannwerk im Westen von Reutlingen. Dies führte zu einem umfangreichen Stromausfall. Aufgrund von drei verschiedenen Brandherden auf dem Gelände und Beschädigungen am Zaun gehen die Ermittler:innen von einer vorsätzlichen Tat aus. Neben 7.600 Privathaushalten war auch ein Industriegebiet von dem Blackout betroffen. In diesem befindet sich unter anderem das Bosch-Werk Reutlingen. Der Konzern schreibt auf seiner Website über den Standort ;
Die Bosch-Waferfabrik in Reutlingen ist der traditionsreichste und erfahrenste Halbleiterproduktionsstandort des Unternehmens. Mit mehr als 60 Jahren Halbleiter-Know-how hat Reutlingen entscheidend dazu beigetragen, die weltweite Führungsposition von Bosch im Halbleiterbereich zu festigen – von den frühen Arbeiten an ICs für die Automobilindustrie über die Pionierarbeit in der MEMS-Fertigung bis hin zur Weiterentwicklung von Siliziumkarbid-Leistungshalbleitern (SiC) für die Automobilindustrie. […] Als weltweit einziger Halbleiterstandort, der Frontend- und Backend-Fertigung einschließlich eines eigenen Testzentrums vereint, bietet Reutlingen eine außergewöhnlich enge Zusammenarbeit zwischen Entwicklung, Produktion und Testtechnik und schafft damit ein Umfeld, das in der Halbleiterindustrie selten anzutreffen und für Ingenieure äußerst attraktiv ist.
Während die Anwohner:innen seit Dienstag wieder mit Strom versorgt werden konnten, warteten die betroffenen Firmen im Industriegebiet laut Medienberichten auch am Mittwoch noch auf Anschluss.
Auch anderswo scheint es in den vergangenen Tagen Angriffe auf die Stromzufuhr von Halbleiter-Produktionsstätten gegeben zu haben.
- Hochspannungsmasten sabotiert – Den Mikrochip-Fabriken den Strom abstellen
- Transformatoren in Industriegebiet in Brand gesteckt
Was das Problem mit Mikrochips ist wird in dem Text Chipproduktion in der Multikrise – Die materielle Seite künstlicher Intelligenz ausführlich untersucht und erläutert


Presse:
Feuer in Umspannwerk – Ermittler gehen von Brandstiftung aus
Nach einem Feuer in einem Umspannwerk in Reutlingen und einem daraus folgenden großflächigen Stromausfall hat sich der Verdacht auf Brandstiftung erhärtet. Davon gehe man inzwischen vor dem Hintergrund der bisherigen vorläufigen Ermittlungsergebnisse aus, teilten die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart und das Landeskriminalamt Baden-Württemberg mit.
Ein oder mehrere bislang noch unbekannte Täter seien nach derzeitigem Stand auf das Gelände eingedrungen, um dort an mehreren Stellen Brände zu legen. Dabei soll Brandbeschleuniger verwendet worden sein, hieß es.
Zehntausende Menschen ohne Strom
Der Brand im Umspannwerk Reutlingen-West war in der Nacht zum 8. Juni ausgebrochen. In der Folge war das Umspannwerk ausgefallen, auch eine weitere Anlage wurde in Mitleidenschaft gezogen. 7.600 Gebäude und etwa 40.000 Menschen waren über Stunden ohne Strom. Auch ein Krankenhaus sowie Firmen waren betroffen. Rund 50 verbliebene Stromkunden in einem Gewerbegebiet sollen am Mittwoch wieder ans Netz angeschlossen werden.
Der Netzbetreiber Netze BW geht davon aus, dass die Reparaturen der Anlage mehrere Wochen oder gar Monate dauern könnte. Der Gesamtschaden dürfte sich früheren Angaben zufolge auf mehrere Millionen Euro summieren.
Schnell hatten sich die Hinweise auf eine mögliche Brandstiftung verdichtet, nachdem ein mutmaßlicher Brandbeschleuniger gesichert worden war. Drei verschiedenen Brandstellen waren nach Angaben des Netzbetreibers Netze BW gefunden und der Zaun und das Gelände vor der Anlage beschädigt.
Aber wer steckt hinter der Attacke? Das Ermittlungsverfahren wird beim Staatsschutzzentrum der Generalstaatsanwaltschaft geführt. Der Grund: Der Tat liege möglicherweise eine extremistische Motivation zugrunde. Bislang haben die Ermittler aber keine Hinweise auf einen politischen Hintergrund. Ein Bekennerschreiben hatte es nicht gegeben. Reutlingen hat insgesamt knapp 120.000 Einwohner und liegt am Fuße der Schwäbischen Alb.
Erinnerungen an Berliner Brandanschläge
Der Vorfall erinnert an zwei mutmaßlich von Linksextremisten begangene Brandanschläge auf die Stromversorgung in Berlin. Nach dem ersten Anschlag am 9. September 2025 auf zwei Strommasten waren zeitweise rund 50.000 Privathaushalte und rund 2.000 Gewerbebetriebe ohne Strom. Der Ausfall dauerte rund 60 Stunden, erst am Nachmittag des 11. September waren alle Haushalte wieder am Netz.
Beim zweiten Anschlag am 3. Januar wurden 15 Kabel auf einer Kabelbrücke zerstört. Erst am 7. Januar, also nach rund 100 Stunden, war die Stromversorgung wieder flächendeckend hergestellt.
Quelle: Zeit
Stromausfall in Reutlingen – Verdacht auf Anschlag
Im baden-württembergischen Reutlingen ist großflächig der Strom ausgefallen. Rund 30.000 Menschen sind betroffen. Laut Sicherheitskreisen könnte es sich um einen linksextremistischen Anschlag handeln.
In Teilen von Reutlingen ist am Montagmorgen der Strom ausgefallen. Es seien rund 30.000 Menschen in 7.600 Haushalten ohne Strom, sagte Oberbürgermeister Thomas Keck (SPD) bei einer Pressekonferenz am Vormittag. Grund für den Stromausfall ist ein Brand in einem Umspannwerk um 1:43 Uhr. Um 5 Uhr konnte dieser gelöscht werden, so Matthias Hertler von der Feuerwehr.
Der Brand könnte nach Einschätzung aus Sicherheitskreisen gezielt gelegt worden sein. Hinweise auf einen politischen Hintergrund gebe es bisher nicht. Zuvor hatte die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, die Vorgehensweise deute auf linksextremistische Täter hin und weise Parallelen etwa zu einer entsprechenden Tat in Berlin auf. Hinweise auf einen möglichen Drahtzieher im Ausland gebe es nicht.
Stromausfall in Reutlingen: Polizei ermittelt in alle Richtungen
Nach Angaben des Netzbetreibers Netz BW seien am betroffenen Umspannwerk Reutlingen-West drei Brandstellen gefunden worden. Außerdem sei der Zaun beschädigt, erklärte ein Sprecher von Netze BW. Die Polizei hält sich mit Vermutungen zurück. Man ermittle in alle Richtungen, sagte Tina Rempfer bei der Pressekonferenz am Vormittag. „Wir beziehen ein, ob es eventuell ein technischer Defekt sein könnte oder eine Brandlegung“, so Rempfer. Spezialisten von der Krimaltechnik des Landeskriminalamts (LKA) seien vor Ort. Zuvor hatte ein Sprecher des LKAs der dpa erklärt, dass es bei Vorfällen dieser Dimension üblich sei, dass Brandsachverständige eingebunden würden.
Vom Stromausfall betroffen seien die Reutlinger Kernstadt sowie die Oststadt, Betzingen und Ohmenhausen. Auch in Wannweil (Kreis Reutlingen) und Kirchentellinsfurt (Kreis Tübingen) sei der Strom ausgefallen. Zunächst waren 20.000 Kunden der FairNetz GmbH, des Strom- und Gasnetzbetreibers in der Region, betroffen. Um 6 Uhr war der Strom laut Stadt in der Kernstadt wieder verfügbar.
Das Bosch-Werk in Kusterdingen (Kreis Tübingen) ist weiterhin vom Stromnetz abgeschnitten. Wann dort wieder Strom fließt, dazu gibt es laut einer Bosch-Sprecherin noch keine Auskunft vom Netzbetreiber. Das Bosch-Werk in Reutlingen war auch vom Stromausfall betroffen, aber inzwischen werden die Maschinen dort wieder kontrolliert hochgefahren.
Wie die Stadt Reutlingen am Montagnachmittag mitteilte, haben die Stadtteile Ohmenhausen und Betzingen wieder Strom. Reutlingen-Wannweil und Kirchentellinsfurt im Kreis Tübingen sollen gegen 19 oder 20 Uhr wieder ans Netz gehen. […]
Mehrere Millionen Euro Schaden
Für die weiter betroffenen Haushalte werde der Stromausfall für „eine längere Zeit andauern“, so die Stadt. Eine belastbare Prognose zur vollständigen Wiederherstellung sei noch nicht möglich. Auch Telefon und Internet funktionierten nur eingeschränkt. In Betzingen, Wannweil und Kirchentellinsfurt seien die Ampeln noch außer Betrieb.
Die Energieunternehmen FairNetz und Netze BW teilen sich das Umspannwerk. Laut einem Sprecher der Netze BW leistet der Netzbetreiber Amtshilfe beim Wiederaufbau der Stromversorgung. Nach dpa-Informationen ist ein Schaden von mehreren Millionen Euro entstanden.


