Brandstiftung an Bahnstrecke

Mühldorf (Bayern) 18. März 2026

Unbekannte haben am Dienstagnachmittag an mehreren Stellen entlang der Bahnstrecke Mühldorf–Freilassing Kabel angezündet. Der Zugverkehr auf der Strecke musste daraufhin eingestellt werden. Die Polizei geht von einer politisch motivierten Tat aus und prüft Zusammenhänge mit weiteren Brandanschlägen.

Personenverkehr zwischen Mühldorf und Freilassing eingestellt

Nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd wurde an der Strecke zunächst ein Fehler im elektrischen Leitungssystem bemerkt. Als die Bundespolizei der Fehlermeldung nachging, entdeckten Einsatzkräfte mehrere Stellen entlang der Gleise, an denen Kabel in Trogtrassen verschmort oder verschmolzen waren. Die Schäden wurden offensichtlich mutwillig herbeigeführt. Infolge der mutmaßlichen Brandstiftung fielen Signalanlagen aus. Der Personenverkehr zwischen Mühldorf und Freilassing musste eingestellt werden.

Regelbetrieb soll schnell wieder aufgenommen werden

Nach Angaben einer Bahnsprecherin hat die Kriminalpolizei die Einsatzstelle wieder freigegeben. Nun werde mit der Instandsetzung begonnen. Die dafür nötigen Ersatzkabel seien bereits organisiert worden. Die Bahn geht davon aus, dass der Regelbetrieb am Abend wieder vollständig aufgenommen werden kann. Zu Behinderungen kommt es aktuell noch auf der Strecke Mühldorf–Burghausen. Hier wurde ein Notverkehr mit Bus und Zug eingerichtet. Auf den Strecken Mühldorf–Freilassing sowie Mühldorf–Traunstein kommt es zu Verspätungen.

Zur Schadenshöhe liegen noch keine Angaben vor. Das für mutmaßlich politisch motivierte Straftaten zuständige Staatsschutzkommissariat übernimmt die weiteren Ermittlungen.

Zusammenhang mit anderen Brandanschlägen auf Bahnstrecken?

Außerdem prüft die Polizei einen Zusammenhang mit anderen Brandanschlägen auf Bahnstrecken. Im Oktober 2023 wurden Kabel entlang der Bahnstrecke Tüßling–Mühldorf angezündet. Zeitgleich brannten auf einer Baustelle für eine Geothermieanlage im nahegelegenen Polling mehrere Baumaschinen. Die Schäden wurden damals auf rund 2,5 Millionen Euro geschätzt. Die Ermittlungen übernahmen kurz darauf die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) bei der Generalstaatsanwaltschaft München und die Ermittlungsgruppe „Raute“ des Polizeipräsidiums München. Tatverdächtige konnten bislang nicht ermittelt werden.

Quelle: BR24